Programm
Di /
konzert
31.05.2011
amplifier
(prog-rock/UK)
Support: IRA (post Rock/ Konstanz)
amplifiereine der führenden Bands aus dem in letzter Zeit so lieblich heranwachsenden Alternative-Prog oder, intellektueller ausgedrückt, „New Art-Rock“-Genre. Von einer Band aus dem nordenglischen Manchester darf viel erwartet werden. Nicht jedoch, dass sich ebendiese in psychedelisch angehauchtem Alternative-Rock ergeht. Die Garagenrock-Hysterie, die anno 2003 auf der Insel herrschte, verführt dazu, hinter vielen Newcomern einige White Stripes-Klone oder The Strokes-Derivate zu vermuten. Im Falle Amplifier (deutsch: Verstärker) könnte diese Einschätzung falscher kaum sein. Das Trio zaubt Überirdische Klänge aus ihren Instrumenten, der verstörende Gesang ist mit verrückten Effekten bearbeitet, es wird geploltert, ein Zirpen und Rauschen schwillt an, alles wird durch Effektgeräte gepresst und erscheint am Ende der Tortur doch als wunderbarer Song.

Lange hat es gedauert - am 31.01.2011 veröffentlichen AMPLIFIER ihr heiß erwartetes drittes Album 'The Octopus' auf ihrem eigenen Label AmpCorp. Es wird ebenfalls als Special Limited Edition erhältlich sein. Diese ist limitiert auf 500 Stück und kommt in Form eines 70-seitigen Buches inklusive CDs, Jedes dieser Bücher wird von der Band eigenhändig mit Widmung signiert. Größe ist nicht alles. Aber Amplifiers 'The Octopus' ist groß in jeder Hinsicht und Dimension. Drei Jahre in der Herstellung, universell in seinem Konzept und verteilt auf zwei CDs (drei LPs im Vinylformat), kann es nun entdeckt werden wie der Stein von Rosetta, der sich über die Wochen immer mehr erschließt, über die Monate und Jahre, die man sich mit ihm befasst. 'The Octopus' ist ein großes Werk, das stylistische Echos von Led Zepellin und Rush beinhaltet und eine Vision, die Vergleiche mit Pink Floyds 'The Wall' oder Queensrÿche's 'Operation: Mindcrime' zulässt. Amplifiers Sänger und Gitarrist Sel Balamir sagt: "Das eine Element unserer Musik, das die meisten Leute schätzen, ist die panoramische Qualität." Die Stärken und das Ausmaß von 'The Octopus' sind umso bemerkenswerter, da es ohne die Unterstützung einer Plattenfirma entstand. Es ist das Produkt einer wirklich unabhängigen Rockband, die ohne Grenzen arbeitet - drei Musiker, angetrieben von Ehrgeiz und Selbstvertrauen, inspiriert von einer treuen Fanbase, die im Internet den Berichten über den Fortschritt am Album folgt. Sel: "Es hat drei Jahre gedauert und ernsthaft, ich glaube nicht, dass wir diesen Aufwand jemals wiederholen können. Aber ich glaube auch, dass dies das Beste ist, was wir jemals machen werden."

Homepage: www.amplifiertheband.com
Hörproben: www.myspace.com/amplifiertheband


Support: IRA (post Rock/ Konstanz)
Nennen wir es einfach: Rock. Nicht Post-Rock. Nichts, was in irgendeiner Weise ironisch gebrochen wäre oder sonst wie um die Ecke gedacht. Ira knüpfen an eine Zeit an, als Rock noch eine ernste Angelegenheit war, mit tiefen und existenziellen Gefühlen verbunden. Es geht schlicht um Erhabenheit. Diese Band will überwältigen. Ihre langen, epischen Stücke zwingen den Zuhörer, sich wie in einem Strudel zu verlieren, sich mitreißen zu lassen, hin- und hergerissen zwischen Furcht vor dem Kontrollverlust und dem angenehmen Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Doch Ira sind keine virtuosen Selbstdarsteller. Sie ahmen nicht das aufgeblasene Rock-Spektakel der frühen Siebziger nach. Ihr Spiel mit Effekten und Emotionen ist genau kalkuliert, der Breitleinwand-Sound gerinnt nie in Pathos. Nicht Griffbrett-Akrobatik, sondern atmosphärische Dichte zeichnet die Nummern aus, deren große Kunst darin besteht, nie vollgepackt zu sein, sondern so luftig angelegt, dass Raum für freie Assoziationen bleibt. Ira gelingt das Kunststück, den ausufernden Post-Rock-Sound von Bands wie Mogwai in klassische Rocksongs rückzubinden. Doch es ist nicht mehr der fordernde, geradlinige Rock, der zur geballten Faust anregt - diese langen, lodernden Stücke sind durchsetzt von Melancholie, Zweifel, Brüchigkeit. Und doch gibt es in den Songs, die von Kommunikationslosigkeit und Ohnmacht handeln, auch Referenzen an große Momente der Rockgeschichte. Wer fühlt sich bei Zeilen wie "Is there anyone left laughing? Is there anyone left?" ("Empire In The Bag") nicht an "The Wall" von Pink Floyd erinnert? Nein, diese Tradition ist weder peinlich noch unzeitgemäß, im Gegenteil: Ira formulieren die Angst, die uns alle umtreibt, und sie tragen bewusst dick auf, damit etwas davon haften bleibt.

Waren der 2003 in Konstanz gegründeten Band auf ihrem Debüt "The Body And The Soil"(2005) die Wurzeln im Hardcore, Doom und Punk noch deutlich anzuhören, haben sich Ira auf "Visions Of A Landscape" neue stilistische Mittel erschlossen und endgültig zu ihrem eigenen Stil gefunden.

Nach den Aufnahmen im Koblenzer Tonstudio-45 von Blackmail sorgten Produzent Tobias Levin und Chris von Rautenkranz (Mastering) für den letzten Feinschliff und verhalfen der Band zu ihrem einzigartigen voluminösen und zugleich transparenten Sound. In der intensiven Zusammenarbeit mit Tobias Levin hat Toby Hoffmann seinen melodiösen und ausdrucksstarken Gesangsstil perfektioniert - leidenschaftlich, aufwühlend, aber nicht exaltiert. Der preisgekrönte Lyriker, Spoken-Word-Künstler und Poetry Slammer versteht es auch als Musiker, komplexen Texten einen angemessenen Klang zu geben: An der Schnittstelle von Traum und Wirklichkeit, Poesie und Wut gelingt es Hoffmann, die ganz große Rock-Geste mit der lakonischen Desillusionierung des Post-Punk zu verbinden. Black Sabbath trifft auf Ian Curtis - Welten implodieren.

Homepage: www.iraism.com

 

 

 

 


Vorverkauf: 15 € (zzgl. Gebühren ausser in der Kula-Bar)
Abendkasse: 18 €
Clubkarte: 14,50 €
Einlass: 20:30 Uhr
Ticket bei Reservix kaufen
Beginn: 21:00 Uhr


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