Programm
Mi /
Konzert
27.01.2010
Olli Schulz
(solo,indie/D)
Olli SchulzMan kann nicht sagen, er sei ein Spätberufener. Man könnte eher sagen, Olli Schulz hat seine Hausaufgaben gemacht und vor der eigenen Musikerkarriere die der wirklich Großen studiert. Vor und hinter der Bühne, im Bus und am Backstageeingang. Mit auf Reisen, seine neue Solo Platte:

Olli Schulz begann seine musikalische Ausbildung als pickeliger Specknacken mit einer Schwäche für Lautes und Langhaariges. Metal prägte seine Jugend. Zielbewusst steuerte er in seinen frühen Jahren zwischen Iron Maiden, Metallica und Bruce Springsteen, durch pubertäre Depriphasen und der Entdeckung eines Lebensgefühls in dem vor allem Echtheit und Mächtigkeit zählten.
Es folgten Ollis Lehr- und Wanderbühnenjahre als Stagehand und Security in seiner Heimatstadt Hamburg. Und sagt man Hamburg, meint man natürlich die harte Schule auf dem Kiez. Da musste unser Olli nun durch und lernte, während er die Kotze von Evan Dando aufwischte, von Lou Reed persönlich beleidigt wurde und den Niedergang von Van Halen miterleben durfte,    aber auch, worauf es bei einer spitzenmäßigen Show, einem echt mal geilen Song und einem bewundernswerten Künstler ankommt. Denn auch wenn viele diesen Job aus einer Art brutalitätsgesteuerten Profilneurose oder aus Gier nach Geld, Geld und Girls machen, manche wollen auch einfach nur umsonst auf möglichst viele Konzerte kommen. Und dann sogar immer in der ersten Reihe, direkt vor der Bühne stehen. Das wollte Olli Schulz.
Schon immer komponierte er dabei seine eigenen kleinen Lieder. Der erste richtige „Song ohne Grund", den der werdende Singer/Songwriter auch als Song akzeptieren konnte landete 2003 auf seiner ersten eigenen Platte „Brichst du mir das Herz, dann brech' ich dir die Beine". Das Debüt entstand mit seinem kongenialen Partner Max Schröder alias der Hund Marie, mit dem Olli Schulz für die nächsten Jahre in einem Atemzug genannt werden sollte. Erschienen war das Werk auf dem Label „Grand Hotel van Cleef" von Ollis Kumpel, dem Kettcar-Kopf Marcus Wiebusch, der ihm schon lange damit in den Ohren gelegen hatte, doch endlich mal die eigenen Genialitäten in Silber zu gießen. So findet man auf „Brichst du mir das Herz, dann brech' ich dir die Beine" zwischen tragischer Komik und melancholischem Klamauk gestandene Hits wie „Weil die Zeit sich so beeilt", „Der Moment" oder „Elefanten".
Die ebenso bei Publikum und Kritikern erfolgreiche Platte und auch die ersten Shows, bei denen Max Schröder noch tapfer Hasenkostüm trug, ebneten Olli Schulz den Weg zum professionellen Musiker.
Zwei Jahre später, 2005, folgte die vom Musikkritikervolksmund so genannte „schwierige zweite Platte". Auf „Das beige Album" verfolgte Olli Schulz weiterhin sein Geheimrezept mit vor allem intelligenten, witzigen Songs über kuriose Beobachtungen, eigenwillige Menschen und süße Tiere. Hits dieses Albums waren z. B. der allen in Ohr und Herz eingedrungene Tanzflächenkracher „Und dann schlägt dein Herz", die Country-Hommage „Ankunft der Marsianer" oder das gemütliche, Morgenmuffel-Pamphlet „Bettmensch". Als Gastmusiker traten auf diesem Album Farin Urlaub und Heinz Strunk („Fleisch ist mein Gemüse")auf . Die Begeisterung holt Olli Schulz aus den Clubs auf die Festivalbühnen und er spielt sich von "Rock Am Ring" über "Rheinkultur" oder dem "Hurricane Festival" durch die Outdoor-Bühnen der Republik.
Obwohl Olli Schulz sich von Anfang an als charmanter Entertainer und witziger Geschichtenerzähler einen Namen gemacht hat, kennt er genauso die melancholische Seite des Lebens, die er auf seinem dritten Album „Warten auf den Bumerang" (2006) perfektionieren sollte. Seine Fans blieben ihm trotz dieser „erwachseneren" Haltung treu und „Warten auf den Bumerang" ist sein bislang erfolgreichstes Album. Hier schrieb er mit „Rückspiegel" einen Evergreen, stieß mit dem bedrückenden „Keiner hier bewegt sich" zum ersten Mal in elektronischere Gefilde vor und singt mit „Wenn die Music nicht so laut wär" das leidenschaftliche Bekenntnis eines Musikliebhabers.
Während dieser Zeit beehrte Olli Schulz, der zwischenzeitlich von Hamburg nach Berlin umgesiedelt war, den Berliner RBB-Jugendsender Radio Fritz die Kolumne „Ein Schulz, ein Song", in der er jede Woche zu einem von den Hörern bestimmten Thema spontan einen Song schrieb. Er gab somit musikalisch seinen wöchentlichen Kommentar zur Lage der Nation ab. Aus dieser Kolumne hervorgegangen sind zum Besipiel, der auf der Bonus-CD von „Warten auf den Bumerang" enthaltene Song, „Vorführeffekt" oder der live regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hinreißende „Sauna Song" mit dem eingängigen Refrain „Aufguss, Aufguss, jetzt gibt's Aufguss".
Da Ollis Sozialisation natürlich nicht nur im Metal stattfand, sondern er ein ebenso großer Liebhaber alter Punkplatten ist, veröffentlichte er im Frühjaher 2008 die EP „Ausflug mit Razzia", auf der seine Interpretationen von vier Songs der Hamburger Punkband Razzia enthalten sind. Die Eigenständigkeit seiner Interpretationen, die aus den harten Punksongs ihren melancholischen, nackten Kern herausholen begeisterte nicht nur Ollis eigene Fans sondern überzeugte sogar die der Originalband.
 
Mittlerweile ist Ollis langjähriger Mitstreiter Max Schröder festes Mitglied bei Tomte und so trat Olli Schulz in der letzten Zeit vor allem als Solokünstler in Erscheinung. Dass es sich dabei nie um einen langweiligen „Ich und meine Gitarre"-Abend handelte, sollte jedem, der den Multi-Entertainer schon einmal live gesehen hat klar sein. Dieses Jahr kann nun endlich auch das Publikum die Früchte ernten (sprich: kaufen), die Herr Schulz im letzten Jahr auf den Bühnen dieses Landes gesät und angepriesen hat. Dabei handelt es sich einerseits um seinen Debütroman „Horseworld - Rock'N'Roll verzeiht dir nichts", der halb-autiobiographisch von seiner abenteuerlichen Zeit als Security Mann, Stagehand, Plattenverkäufer und Tourbegleiter erzählt und andererseits um sein erstes Soloalbum. „Es brennt so schön", eine Platte, die die großen vergessenen Zeiten des Deutschrock wiederbeleben wird. Und jeder, der bei dieser Bezeichnung jetzt schon einen unangenehmen Pelz auf der Zunge fühlt, der sollte seine langweiligen Vorurteile vergraben und voller Erwartung und großen Augen den Ereignissen harren. Denn euch erwartet nicht Peter Maffay mit einer neuen Platte, sondern Olli Schulz. Und das bedeutet Großes.

Homepage: www.ollischulz.com
Hörproben: www.myspace.com/ollischulz



Vorverkauf: 12 € (zzgl. Gebühren ausser in der Kula-Bar)
Abendkasse: 15 €
Clubkarte: 11,50 €
Einlass: 20:30 Uhr
Ticket bei Reservix kaufen
Beginn: 21:00 Uhr


Share |

< Zurück zur Übersicht